DIE DICKEN FINGER

Olaf Rupp
electric guitar
Jan Roder
electric bass guitar
Oli Steidle
drums

current album:
OFFROAD CORE, GLIGG records CD 012




>> DIE DICKEN FINGER & Peter Brötzmann >>



A trio of electric guitar, electric bass and drums that sounds as if you would put up three CDs of the Lüttenbachers, NapalmDeath and Ruins all at the same time and in fast forward mode. It is a complex offroad sound that does not even bother with preserving any kind of cold ashes. It is a free flowing stream of lava-sound that transports a thousand tiny, splintered motives and sinters them into something puzzling new.

All the three musicians are long since protagonists of the Berlin Echtzeitmusik-scene. Jan Roder and Oli Steidle with DER ROTE BEREICH, SOKO STEIDLE and DIE ENTTÄUSCHUNG, Olaf Rupp with STOL, his Duo XENOFOX with Rudi Fischerlehner, WEIRED WEAPONS and many outstanding solo performances. The music of this trio is pushing the borders of contemporary Improvised Music far into the aesthetic of Hardcore and Offroad-Core. This is admittedly a very extreme sound but it gets more understandable when you consider that these three musicians just do to present day music styles what the pioneers of Freejazz had done to the jazz idiom: destroy the mirrow and use the shards for your own vision.



DIE DICKEN FINGER sind ein Trio aus E-Gitarre, E-Bass, Schlagzeug, das klingt als würde man drei CDs von Lüttenbachers, Napalm Death und Ruins gleichzeitig, im Fast-Forward Mode abspielen. Da kommt ein komplexer offroad Sound daher, der garnicht erst versucht, irgendeine kalte Asche zu bewahren. Ein frei fließender Lavastrom, der tausend kleine Themensplitter zu etwas eigenartig Flirrendem, Neuem versintert.

Alle drei sind ja nun schon eine Weile für ihre tragende Arbeit in der Berliner Echtzeitmusik Szene bekannt mit Auftritten auf vielen Festivals in und außerhalb Europas. Jan Roder und Oli Steidle mit Der Rote Bereich, Soko Steidle, Die Enttäuschung. Olaf Rupp mit seinem Duo XENOFOX mit Rudi Fischerlehner, mit WEIRD WEAPONS und vielen hervorragenden Solo Performances an der akustischen Gitarre. In diesem Trio nun werden die Grenzen der Improvisierten Musik bis weit in die Ästhetik des Hardcore und Offroad Grind kollagiert und verschoben. Ein zugegeben chaotischer Sprung ins Extreme, der verständlicher wird, wenn man sich klar macht, dass die drei mit den Stilistiken der aktuellen Musik doch eigentlich nichts anderes machen, als das, was die Pioniere des Freejazz damals mit dem Jazzidiom taten: zerschlage den Spiegel und benutze die Scherben für deine eigene Vision. Eine erste CD des Trios ist 2012 bei GLIGG-records erschienen.





reviews:

Es ist vor allem das eigenwillige Gitarrenspiel von Olaf Rupp, das in die dröhnende Sound-Intensität des Trios immer wieder unvermutete Nuancen hineinbringt. Oft zunächst versteckt unter den energetischen Trommel- und Beckenwirbeln von Oliver Steidle und den irrwitzigen Bassläufen von Jan Roder blitzen fast sanfte Akkordarpeggien auf, fein ziselierte Tonkaskade oder wie in Zeitlupe pointilistische Klangtupfer. Rupp tut dies mit einer stupenden hintergründigen Virtuosität, die einer vordergründigen Effekthascherei den Weg versperrt und im spannenden Gegensatz steht zu der scheinbaren Derbheit dieser Musik. Aber auch die regelmäßig auftauchenden, blitzartigen Rhythmuswechsel von Steidle und Roders instrumentale Flexibilität am E-Bass, die ihn hier unter anderem auch mal zum Bogen greifen lässt, argumentieren gegen bloße Kraftmeierei.

translation:
It is Olaf Rupp’s unconventional way of playing the guitar, which constantly brings unexpected nuances into the dense and intense sound of the trio. Often at first hidden under Oliver Steidle’s energetic drum and cymbal rolls and Jan Roder’s unbelievable swift bass runs we can find almost soft chord-arpeggios, delicately chiselled tone-cascades and almost slow-motion like pointillistic soundscapes flashing up. Rupp is achieving this with a stupendously profound virtuosity which is never merely straining after the effect and is in beneficial contrast to the apparent roughness of the music. But also Steidle’s regularly appearing, sudden rhythm changes as well as Roder’s striking flexibility with the electric bass guitar, that from time to time even allows him to pick up a bow for soft arco lines, all this shows that this music anything else than crude swaggering.

Südwestrundfunk | SWR.de   NOWJAZZ   12.04.2012  Am Mikrofon: Julia Neupert


 

 

STEIDLE-RODER-RUPP: OFF ROAD CORE (gligg) Da braucht’s dann schon eine gehörige Portion herzhaft rauen Trio-Improv, um diese bösen Geister zu exerzieren. Lärm-Noise-Etüden von Olaf Rupp am langgezogenen 6-Saiter, Jan Roder als fingernervöser Fuckel-Groover im Mittelfeld und Oli Steidle als kompromissloser Daschtrommelaußenverteidiger lassen die Luzie in sechs völlig ge- und versprengten JazzImprovRock-Dingern fingern äh krachen. Fein.
http://www.terz.org/texte/texte_1211/honker.html
TERZ.org


 

Kraftentfaltung als Konzept
STEIDLE-RODER-RUPP in der Schorndorfer Manufaktur

Hört, hört! Ihre Musik könne ein probates Mittel gegen die „average Radio standard mediocrity“ sein, tönt die Berliner Band Die Dicken Finger auf ihrer MySpace-Seite, was die Manufaktur interpretierend als Kampfansage nicht nur gegen das Mittelmaß (mediocrity), sondern gleich gegen die „Neue Mitte“ übersetzte. Und so findet das Konzert denn auch unter starkem Medieninteresse(SWR-Mitschnitt) statt, im nichtproportionalen Verhältnis zum Zuschauer-Zuspruch (knapp 40), wie sich das für gegen Mitte und Masse stehende Musik gehört. Dass von den 40 im zweiten Set dann nur noch 30 übrig bleiben, verdankt sich der radikalkonsequenten Weigerung des Berliner Trios, sich auf irgendetwas zu beziehen, tonale oder harmonische Vereinbarungen irgendwie zu beachten. Musik, die ihren Traditionsverlust, ihre Bodenlosigkeit als Verdienstausgibt, die sich nicht beschränkenwill und sich auch kaum beschreiben lässt. Die einfach passiert.

Anders als sonst in der Reihe mit improvisierter Musik, in der Geräusche in neue, „freie“ Zusammenhänge gestellt werden, geht es den Dicken Fingern um Spielen um des Spielens willen, um Lärm ohne Quelle, um Kraftentfaltung auf eine Klimax hin und ansonsten ohne Konzept. Eine Musik des Anti-Arrangements, die so radikal, so wurzellos – und somit in ihrer Art sichereinmalig – hier noch nicht zu hören war. Zwei Sets, zwei „Stücke“, eigentlich Strudel, Entwicklungen von Dynamik und Kraft. Gitarrist Olaf Rupp (spielte u.a. mit John Zorn) hält im Sitzens eine körperlose Gitarre aufrecht auf den Knien, der Mann im Zentrum eines elektrischen Gewitters, dessen Tremoli und Crescendi den Sturm am Leben erhalten. Während sich Drummer Oli Steidle (Aki Takase, Alexander von Schlippenbach) permanentverausgabt, ein Hochleistungssportler am Schlagzeug, und auch der E-Bassist Jan Roder (Aki Takase, Gunter Hampel, Joachim Kühn) mit permanentem Fingerwirbeln unablässig powert, bis er gegen Ende kurz zum Bogen greift, dem ersten Anzeichen von so etwas wie einem Arrangement, und alle etwas zur Ruhe kommen, bevor weitergerockt und weitergerackert wird.

Im zweiten Set nutzt Steidle diverse Glöckchen und kleinere Becken, kommt ab von der Tom-Bevorzugung, die dem ersten Teil seinen einpeitschenden Charakter gab, und es gibt diverse Betonungen im Tonlosen, die so etwas wie Schattierungen schaffen. Ansonsten: Power pur, Kraft durchfreie Klangentfaltung. Ein anstrengendes Hörerlebnis, weil sich diese Kraft nichtzwangsläufig auf den Zuhörer überträgt. Aber eine gangbare Methode für Musiker, denen offenbar jedes Mittel recht ist, das vermeintliche Mittelmaß zu meiden.
Weiblinger Kreiszeitung 14.04.2012




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